Freiherr von Spiegel

Ernst Ludwig Christoph von Spiegel, Freiherr zum Desenberg (1711-1785) entstammt einem bis ins 13. Jahrhundert zurückreichenden Adelsgeschlecht. Er wurde am 22. Februar 1711 in Gießen geboren. Spiegel war Rittergutsbesitzer und Domherr zu Halberstadt. Bereits im Alter von 11 Jahren wurde er an der Universität Gießen immatrikuliert. Sein Vater war Kommandant der Giessener Festung. Spiegel selber stand bis 1730 im hessisch-kasselschen Militärdienst.

Schon mit 20 wurde Ernst Ludwig Christoph von Spiegel durch Vermittlung seines Onkels Ferdinand August von Spiegel, Erzbischof des Erzbistums Köln, in Halberstadt Domherr, 1746 Domscholaster und 1753 Domdechant. Daneben bekleidete er das Amt eines Propstes der beiden Halberstädter Stifte St. Peter und Paul und Unserer Lieben Frauen. Aus der Zusammenarbeit mit dem Domsekretär Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719 -1803)  entstand eine enge Freundschaft. Spiegel gehörte zum Kreis der Halberstädter Aufklärer, die sich um Gleim sammelten.

1749 heiratete er Ehrengard Melusine Johannna von Spiegel von Peckelsheim, eine entfernte Verwandte und Erbtochter zu Seggerde. 1768 übernahm er den ihr nachgelassenen Besitz. Im Schloss zu Seggerde wurden auch ihre Kinder geboren, von denen nur der Sohn Werner Adolf Heinrich von Spiegel die Eltern überlebte.

1761 erwarb er die kahle Hügelkette Kattfußberge, ließ sie gestalten und stellte den errichteten Landschaftspark Spiegelsberge 1771 der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Er starb am 22. Mai 1785 auf einer Reise in Wetzlar. Beigesetzt wurde er im Mausoleum in den Spiegelsbergen. Sein Sohn ließ seinen Leichnam 1811 in die Familiengruft nach Seggerde überführen.

 

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